Serious Gaming als Chance für “spaßfreie” Branchen
Computerspiele sind in den letzten Jahren fast nebenbei allein in Deutschland zum Milliardengeschäft (1,8 Mrd. in 2010) herangewachsen. Technische Innovationen wie Tablets werden Browsergames, die überall leicht verfügbar sind und in der Basisversion nichts kosten, zusätzlich fördern. Obwohl die Spiele auch teilweise recht komplex sind, lassen sich Millionen täglich darauf ein – aus Spaß am Spiel. Diesen Trend zur Gamification hat die Werbeindustrie erkannt und für sich adaptiert. Marken wie Nike bieten ihren Kunden seither selbst Spiele an (sozusagen als artfremder Provider) und schaffen damit eine neue Begehrlichkeit und Markenbindung. Nun setzt sich der Trend fort und Branchen wie Medizin entdecken die Chancen von spielerischen Simulationen von medizinischen Vorgängen. Das lässt sich leicht auf andere Themen übertragen. Besonders geeignet scheinen Dienstleistungen zu sein, die komplex zu erklären sind und auf den ersten Blick wenig Spaß machen: also fast alle Finanzthemen rund um Bankprodukte und Versicherungen, alles was mit Gesundheit zu tun hat, jegliche Art der Grundversorgung und natürlich alle staatlichen und privaten Organisationen. Die Liste könnte sicherlich noch lange fortgeschrieben werden. Damit ergeben sich gerade für diese benachteiligten Branchen unglaubliche Möglichkeiten besser und intensiver zu den Menschen durchzudringen und Dinge zu vermitteln, die bisher auf der Strecke geblieben sind. Es wäre doch vorstellbar, dass Bigpoint’s Oilimperium, bei dem man auch virtuelle mit Aktien handeln kann, in abgewandelter Form Produkte der Deutschen Bank vermitteln könnte und damit Millionen Kunden begeistert, die das Thema Altersvorsorge bisher verdrängt haben.